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Ein neues Zuhause im Neavea Themy

Im „Neavea Themy“-Zentrum finden sexuell ausgebeutete Kinder einen Zufluchtsort, an dem sie ihre Traumata verarbeiten können. Wir begleiten sie auf ihrem Weg zurück ins Leben.

Die Mädchen im Traumazentrum „Neavea Thmey“ in Phnom Penh haben Schreckliches durchgemacht. Sie wurden verkauft oder verschleppt und als Prostituierte oder Pornodarstellerinnen missbraucht.

So wie Chanty*, die sich nach einer brutalen Vergewaltigung aus Scham und Angst nicht mehr nach Hause wagte und letztlich als Sexarbeiterin in einer Bar ums Überleben kämpfte. Oder wie Nian*, die mit 14 von ihrer Familie an einen skrupellosen Schlepper und anschliessend in die Prostitution verkauft wurde.

Es sind Mädchen wie Chanty und Nian, die im „Neuen Schiff“, so heisst Neavea Thmey auf kambodschanisch, Zuflucht finden. In dem Zentrum, das World Vision vor 14 Jahren als Anlaufstelle für besonders schwere sexuelle Missbrauchsfälle eingerichtet hat, werden sie von Sozialarbeitern, Ärzten und Therapeuten bis zu zwei Jahre lang betreut.

Der zum Teil jahrelange Missbrauch hat bei den Kindern nicht nur körperliche, sondern vor allem schwere seelische Schäden hinterlassen. Im Neavea Thmey lernen die Mädchen im Alter von acht bis 18 Jahren mit dem Erlebten umzugehen und neues Vertrauen in sich und andere zu fassen. Unter fachmännischer Anleitung arbeiten sie in Gesprächs-, Mal- oder Spieltherapien die Schrecken ihrer Vergangenheit auf. Rund 56 Kindern wird so pro Jahr geholfen.

Rechtlicher Beistand für die einzigen Zeugen

Doch nicht nur das. Rechtlicher Beistand ist ebenso wichtig. Da viele Mädchen von der Polizei aus den Fängen ihrer Ausbeuter befreit und dann ins Zentrum gebracht werden, ist ihre Aussage oftmals entscheidend.

Zudem arbeitet World Vision eng mit den örtlichen Behörden, der Regierung und Nichtregierungsorganisationen zusammen, um die Kinder bestmöglich zu unterstützen.

Erfolgreich, wie das Beispiel von Nian zeigt. Sie kehrte zu ihrer Familie zurück, der World Vision half ein Café zu eröffnen, das heute den Lebensunterhalt sichert. Nian hat gegen ihre Zuhälter ausgesagt und mit der Möglichkeit für ihr Recht einzustehen, ein grosses Stück Selbstbewusstsein zurückerhalten.

Aktuelle Fortschritte im Projekt

  • Insgesamt wurden 43 Mädchen im Alter zwischen 8 und 19 Jahren betreut
  • 25 Mädchen wurden mit ihren Familien wiedervereint, 5 davon in Vietnam
  • 7 Mädchen wurden von Partnerorganisationen übernommen
  • 27 Mädchen haben ihre handwerklichen Fähigkeiten mit Weiterbildungskursen vertieft und in ihren Heimatdörfern eine Arbeit gefunden
  • Dank eines Business-Eröffnungskurses begannen 17 Mädchen nach ihrer Rückkehr in ihr Dorf eine selbstständige Tätigkeit als Schneiderin oder Weberin
  • Täter wurden vor Gericht gestellt und zu Haftstrafen zwischen 1 und 15 Jahren verurteilt
  • Um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, fanden 8 Informationsveranstaltungen zum Thema Strafverfolgung statt

*Namen geändert