Profitieren, teilen und das Erlernte weitergeben, das funktioniert in Quan Son sehr gut. Bauern helfen sich gegenseitig und bringen so die ganze Gemeinschaft weiter.
300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Hanoi in abgelegenen Berggebieten nahe der Grenze zu Laos liegt der Distrikt Quan Son mit rund 35‘000 Einwohnern. 86 Prozent gehören zum Minderheitsvolk der Thai.
Die meisten leben von der Landwirtschaft und bauen hauptsächlich Reis an, ernten aber wegen mangelndem Wissen und fehlendem Dünger nur wenig. Viele Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt, weil die Frauen sich aus traditionellen Gründen während der Schwangerschaft und in den Monaten nach der Geburt nicht schonen dürfen, sondern hart arbeiten müssen und nur wenig zu essen haben.
2007 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppierungen und engagierten Personen das Patenschaftsprojekt Quan Son. Rund 1'050 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit im Patenschaftsprogramm integriert.
World Vision engagiert sich in folgenden Bereichen
- Gesundheit und Ernährung: Durch ausgewogene Ernährung, sauberes Trinkwasser, Hygiene und besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung, verbessert World Vision die Gesundheit der Bevölkerung, vor allem von Kindern und Müttern.
- Schule und Bildung: Mit Weiterbildungen für das Lehrpersonal und die Einrichtung kindgerechter Schulräume, Spielplätze sowie ausserschulischen Aktivitäten, erhöht World Vision die Qualität der Schulbildung vom Kindergarten bis zur Sekundarschule.
- Landwirtschaft und Mikrofinanz: Die ärmsten Haushalte werden beim Aufbau einer eigenen Lebensgrundlage durch Schulungen, Material und Mikrokredite unterstützt.
- Menschen- und Kinderrechte: Kinder, Eltern, Lehrer und örtliche Verantwortungsträger lernen die Rechte der Kinder kennen und diese umzusetzen.
- Kompetenzförderung: Geeignete Personen und lokale Organisationen schulen und fördern, so dass sie selbst Projekte zur nachhaltigen Entwicklung planen und durchführen können.
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/11
Gesundheit und Ernährung
163 schwangere Frauen und junge Mütter nahmen an einer Schulung teil, wie sie sich während und nach der Schwangerschaft pflegen und gesund ernähren können.
Schule und Bildung
Durch Schulungen und Coaching für Lehrer, wie sie ihre Schüler altersgerecht fördern und eine lernfreundliche Umgebung schaffen können, konnte die Unterrichtsqualität weiter verbessert werden.
In vier Kindergärten wurde ein neuer Lehrplan getestet. World Vision hatte Kindergärtnern an ein entsprechendes Seminar geschickt. Diese schulten dann ihre Kolleginnen. In den ersten und zweiten Klassen der Primarschule wurde erfolgreich mit der Aktiv-Lernen-Methode weitergearbeitet.
Landwirtschaft und Mikrofinanz
World Vision schult geeignete Bauern mittels Modellen, wie sie bessere Reis- und Maisanbaumethoden anwenden können. Dieses Wissen können die so geschulten leicht anderen weitergeben, so dass viele Bauern davon profitieren.
Um das Einkommen armer Bauern zu erhöhen, unterstützt World Vision sie mit Saatgut und Dünger. Einen Teil der Ernte geben sie dann anderen bedürftigen Bauern als Saatgut weiter.


