Toller Erfolg in Lang Chanh: In jüngter Zeit brach dort kein Kind im Primarschulalter die Schule ab. Nicht nur das: Ein Viertel der knapp 4'000 Schüler schnitt bei ihren Prüfungen sehr gut ab.
Der Distrikt Lang Chanh liegt etwa 220 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Hanoi in der Nähe der Grenze zu Laos. 45‘500 Menschen leben dort. Die meisten gehören zu den Minderheitsvölkern der Muong und Thai.
Lang Chanh ist einer der ärmsten Distrikte in der Provinz Thanh Hoa. 56.7 Prozent der Menschen leben unter der nationalen Armutsgrenze von 20 Dollar pro Monat. Mehr als 90 Prozent betreiben Landwirtschaft, können aber kaum davon leben.
2002 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit fünf politischen Gemeinden und engagierten Personen das Patenschaftsprojekt Lang Chanh, in dessen Einzugsgebiet etwa 29‘000 Menschen leben. Rund 1'900 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit im Patenschaftsprogramm integriert.
World Vision engagiert sich in folgenden Bereichen
- Gesundheit und Ernährung: Durch ausgewogene Ernährung, sauberes Trinkwasser, Hygiene und besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung, verbessert World Vision die Gesundheit der Bevölkerung, vor allem von Kindern und Müttern.
- Schule und Bildung: Mit Weiterbildungen für das Lehrpersonal und die Einrichtung kindgerechter Schulräume, Spielplätze sowie ausserschulischen Aktivitäten, erhöht World Vision die Qualität der Schulbildung vom Kindergarten bis zur Sekundarschule.
- Landwirtschaft und Mikrofinanz: Die ärmsten Haushalte werden beim Aufbau einer eigenen Lebensgrundlage durch Schulungen, Material und Mikrokredite unterstützt.
- Menschen- und Kinderrechte: Kinder, Eltern, Lehrer und örtliche Verantwortungsträger lernen die Rechte der Kinder kennen und diese umzusetzen.
- Kompetenzförderung: Geeignete Personen und lokale Organisationen schulen und fördern, so dass sie selbst Projekte zur nachhaltigen Entwicklung planen und durchführen können.
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/11
Gesundheit und Ernährung
Um die Gesundheit gerade der armen Familien zu verbessern, schult World Vision Dorfgesundheitshelfer, die der Bevölkerung helfen Krankheiten vorzubeugen, sie im Fall einer Erkrankung richtig einzuordnen und allenfalls selber zu behandeln.
Die Leiter der 23 Ernährungsclubs werden laufend geschult, wie sie in ihren Dörfern die Themen Ernährung, Wasser / Hygiene und HIV / Aids vermitteln können.
103 werdende und junge Mütter besuchten Geburtsvorbereitungskurse, in denen sie auch erfuhren, wie sie ihr Baby die ersten beiden Jahre optimal versorgen können.
World Vision erstellte in zwei Schulhäusern und in einer Dorfgesundheitsstation Trinkwassersysteme.
Schule und Bildung
World Vision investiert viel in die Verbesserung der Unterrichtsqualität durch Workshops für Lehrer, bessere Ausstattung der Schulen und gutes Schulmaterial für die Kinder. Die für den Distrikt zuständige Bildungsbehörde bescheinigte, dass von den 3'760 Kindern in der Primarschule rund ein Drittel der Schüler ein gutes Resultat in den staatlichen Prüfungen erzeilten. Ein Viertel schnitt sogar sehr gut ab. Kein Kind zwischen sechs und zwölf Jahren brach die Schule ab.
Landwirtschaft und Mikrofinanz
Mit Modellprojekten zur Pilzzucht und Bambusanbau zeigte World Vision, welche Methoden besonders geeignet und ertragreich sind. Viele Teilnehmer übernahmen die neuen Praktiken und steigerten ihr Einkommen.
240 Personen besuchten einen Kurs zur Steigerung des Haushaltseinkommen. Zentrales Element des Kurses war die Erstellung eines Businessplanes. 280 Haushalte erhielten einen Mikrokredit als Startkapital für ein Kleingewerbe.
Kompetenzentwicklung
Um die Projektführung der lokalen Leitern zu stärken, führte World Vision Workshops für 20 Behördenmitglieder und 50 Dorfchefs durch. Ein Dorf hatte selbstständig den Bau einer Primarschule geplant und hat nun mit der Umsetzung angefangen.


