Tschad hat eine bewegte Geschichte geprägt von Umbrüchen, unter denen die Menschen noch immer leiden. Auch heute sind Konflikte im Land noch an der Tagesordnung.
Tschad ist ein Binnenland in Westafrika mit der Sahara-Wüste im Norden und fruchtbarem Land im Süden. Doch die Wüste dringt unaufhaltsam nach Süden vor. Tschad wird von 200 verschiedenen Volksgruppen bewohnt. 1900 wurde das Land französische Kolonie und 1960 wieder unabhängig. Aber die traditionellen Konflikte machten Einigkeit unmöglich. 1975 wurde der Präsident ermordet, ein Militärregime errichtet und 1990 wieder gestürzt. Die Lage ist bis heute instabil und eskaliert immer wieder in blutigen Konflikten.
Mühsamer Weg zu kleinen Erfolgen
Wegen Bürgerkriegen und Dürren gehört Tschad zu den ärmsten Ländern der Welt. Deviseneinnahmen aus jüngst entdeckten Erdölvorkommen machen nur wenige reich. 90 Prozent leben als Selbstversorger vom Anbau von Erdnüssen, Getreide, Gemüse, Reis, Tabak und Baumwolle. Die wenigsten Familien können sich ausreichend versorgen. 80 Prozent leben in absoluter Armut und 37 Prozent der Kleinkinder sind unterernährt.
Bildung und Wissen – die Überzeugung fehlt
Traditionellerweise geben die älteren Menschen den Jüngeren ihr kulturelles und handwerkliches Wissen mündlich weiter. Bildung nach europäischem Muster steht man eher skeptisch gegenüber. Auch gibt es auf dem Land nur wenige Schulen und ausgebildete Lehrer. 74 Prozent der Erwachsenen sind daher Analphabeten.
Schlechte Chancen für ein langes Leben
Die medizinische Versorgung ist vor allem auf dem Land unzureichend. Nur 4 Prozent der Kinder kommen mit medizinischer Hilfe zur Welt, nur 1 Prozet ist geimpft, 20 Prozent sterben vor dem fünften Lebensjahr. Sauberes Trinkwasser haben nur 42 Prozent der Bevölkerung, sanitäre Anlagen 9 Prozent. Zu den dadurch verursachten Krankheiten kommen Aids und inzwischen schon fast 100'000 Waisen dazu. Aufklärung über Ansteckung und Vorbeugung ist dringend nötig.
Verbesserung der Lebenssituation
Tschad ist eines der ärmsten Länder der Welt. Seine enormen Probleme wird es ohne Hilfe von aussen nicht bewältigen können. Auf politischer Ebene und von internationalen Organisationen erhält das Land in vielen Bereichen Unterstützung.
Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. World Vision engagiert sich in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Schule und Bildung, Landwirtschaft und Einkommensförderung sowie Umsetzung von Menschen- und Kinderrechten.
World Vision unterstützt die Patenschaftsprojekte Bekodo Triangle und Béti im Tschad.
Projektschwerpunkte
- Gesundheit und Ernährung
- Schule und Bildung
- Landwirtschaft und Mikrofinanz
- Menschen- und Kinderrechte
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt
Länder im Vergleich
| *UN Wohlstandsindikator für Länder | ||
|---|---|---|
| Tschad | Schweiz | |
| Bevölkerung unter 15 Jahren | 46 % | 15.2 % |
| Kinder pro Frau | 5.05 | 1.46 |
| Ärzte pro 100‘000 Einwohner | 4 | 360 |
| Lebenserwartung | 48.3 Jahre | 81 Jahre |
| Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten | 1200 | 10 |
| Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1000) | 209 | 4 |
| Säuglingssterblichkeit (von 1000) | 124 | 4 |
| Analphabeten über 15 Jahren | 74.3% | 1% |
| Human Development Index* (von 169) | Rang 163 | Rang 13 |
Tschad in Zahlen
| Hauptstadt | N‘Djamena |
|---|---|
| Fläche | 1‘284‘000 km2 (CH 41‘285 km2) |
| Einwohner | 10.765 Mio. (CH 7.87 Mio.) |
| Sprachen | Französisch, Arabisch, Sara, über 120 Stammessprachen |
| Religionen | Muslime 53.1%, Katholisch 20.1%, Evangelisch 14.2%, andere |
| Exportgüter | Baumwolle, Erdöl |
| Grösste Herausforderungen | Krankheiten, Kinder- und Müttersterblichkeit, mangelnde Bildung, Mangelernährung, Korruption |
| World Vision im Tschad | seit 1984 |
| Projekte | Patenschaftsprojekte Bekodo Triangle und Béti |
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