Aids und eine hohe Analphabetenrate hemmen die Entwicklung. Schlechte Ernten und Monokulturen führen vor allem bei Kleinkindern zu Mangelernährung.
Senegal, das Land im äussersten Westen Afrikas, besteht fast nur aus weiten Ebenen. Heiss, trocken und nur spärlich bewachsen ist der Norden am Rand der Sahelzone. Fruchtbar sind die Savannen östlich der Hauptstadt Dakar, in denen gleichbleibende 24 Grad das Klima bestimmen. Im Süden gibt es noch ein Stück Regenwald.
Rückkehr zur Selbstbestimmung
Ab 1444 errichteten Europäer Stützpunkte für den Handel mit Gold und später mit Sklaven. 1865 wurde Senegal durch Frankreich erobert. 1960 erhielt Senegal die Unabhängigkeit. Nach einigen Korrekturen der Verfassung hat das Lande heute rechtsstaatliche, demokratische Strukturen und die Bürger wesentliche Freiheitsrechte.
Natürliches Gleichgewicht gestört
Seit dem Verbot des Sklavenhandels wird intensiv Landwirtschaft betrieben. Rodungen und Monokulturen auf einst fruchtbaren, aber sensiblen Böden haben das Ökosystem geschädigt; Dürreperioden mindern die Erträge. Die Industrie ist gut entwickelt, jedoch überwiegend in ausländischer Hand. Fischzucht ist daher heute wichtigster Wirtschaftszweig.
Schlechte Ernten und Mangelernährung
Die Bauern können ihre meist zu geringen Erträge nicht steigern und verarmen, wenn Ernten ausfallen. Etwa 17 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind mangelernährt. Sauberes Trinkwasser, sanitäre Anlagen, medizinische Hilfe durch gut ausgebildetes Personal und Medikamente stehen für viel zu wenige zur Verfügung. Aids ist noch immer auf dem Vormarsch, weil Wissen über die Ansteckungswege weitgehend fehlt.
Schule - vor allem für Mädchen eine Illusion
61 Prozent der Erwachsenen sind Analphabeten. Staatliche Schulen sind meist schlecht ausgestattet, die Klassen überfüllt, die Kosten für viele zu hoch. Der Schulbesuch wird von vielen Eltern skeptisch betrachtet – vor allem bei Mädchen.
World Vision Schweiz unterstützt das Patenschaftsprojekt Malem Hoddar in Senegal.
Projektschwerpunkte
- Zugang zu sauberem Trinkwasser
- Medizinische Basisversorgung
- Schulbildung für Kinder
- Alphabetisierungsprogramme für Erwachsene
- Einkommensförderung und Mikrokredite
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt
Länder im Vergleich
| *UN Wohlstandsindikator für Länder | ||
|---|---|---|
| Senegal | Schweiz | |
| Bevölkerung unter 15 Jahren | 43.3% | 15.2 % |
| Kinder pro Frau | 4.78 | 1.46 |
| Ärzte pro 100‘000 Einwohner | 6 | 360 |
| Lebenserwartung | 59.78 Jahre | 81 Jahre |
| Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten | 410 | 10 |
| Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1000) | 93 | 4 |
| Säuglingssterblichkeit (von 1000) | 51 | 4 |
| Analphabeten über 15 Jahren | 60.7% | 1 % |
| Human Development Index* (von 169) | Rang 144 | Rang 13 |
Senegal in Zahlen
| Hauptstadt | Dakar |
|---|---|
| Fläche | 196‘722 km2 (CH 41‘285 km2) |
| Einwohner | 12.6 Mio. (CH 7.87 Mio.) |
| Sprachen | Französisch (offiziell), Wolof, Pulaar, Jola, Mandinka |
| Religionen | Muslime 94%, Christen 5%, andere |
| Exportgüter | Fisch, Erdnüsse, Baumwolle |
| World Vision in Senegal | seit 1983 |
| Grösste Herausforderungen | Krankheiten, Kinder- und Müttersterblichkeit, Mangelernährung, mangelnde Bildung |
| Projekte | Patenschaftsprojekt Malem Hoddar |
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