In Constanta hat World Vision Bewohnern Know-how im Gemüseanbau vermittelt und geholfen eine Genossenschaft zu gründen. Heute stellen die Mitglieder sogar noch Schulessen für benachteiligte Kinder bereit.
Der Landkreis Constanta liegt im Osten Rumäniens am Schwarzen Meer. Das Einkommen der Bevölkerung liegt unter dem Landesdurchschnitt. Vor allem im Sommer arbeiten viele als Tagelöhner in der Landwirtschaft und in den Touristengebieten am Schwarzen Meer. Im Winter gibt es kaum Arbeit und somit auch kein Einkommen.
Etwa die Hälfte der Familien muss in dieser Zeit Geld oder Nahrung ausleihen, um über die Runden zu kommen. Oft wird auch die Anzahl der Mahlzeiten reduziert. Viele Kinder leiden an Mangel- oder Unterernährung. HIV und Aids sind auf dem Vormarsch.
Im Jahr 2001 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit lokalen Basisorganisationen das Patenschaftsprojekt Constanta in den drei ländlichen Regionen Cobadin, Corbu und Cumpana. 24‘000 Menschen leben im Einzugsbereichs des Projektes und profitieren von den Projektaktivitäten. 1'040 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit im Patenschaftsprogramm integriert.
World Vision engagiert sich in folgenden Bereichen
Gesundheit und Ernährung: eine funktionierende Gesundheitsversorgung, von der alle Gesellschaftsmitglieder, auch Arme, Kinder mit Behinderungen und Teenager mit HIV und Aids profitieren.
Schule und Bildung: Den Kindern, auch den benachteiligten wie Kindern mit Behinderungen oder Kindern von Roma-Familien, eine gute Schulbildung ermöglichen.
Landwirtschaft und Mikrofinanz: Der Bevölkerung Wissen vermitteln, wie sie profitable Einkommensquellen erschliessen kann.
Menschen- und Kinderrechte: Kinder, Eltern und die Bevölkerung sollen die Rechte der Kinder kennen und anwenden. Dazu gehören auch Recht auf Bildung, Recht darauf, gehört zu werden und Recht auf Schutz, z.B. vor Menschenhändlern.
Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/2011
Gesundheit und Ernährung
Ziel ist, eine funktionierende Gesundheitsversorgung aufzubauen und zu erhalten. Dazu braucht es Gesundheitsschulungen für Kinder, Eltern und die gesamte Bevölkerung in Zusammenarbeit mit medizinischem Personal. So schulte World Vision die sehr arme Roma-Bevölkerung in einem Teil des Gemeindegebietes gemeinsam mit einer Roma-Organisation über Hygiene und Gesundheit.
Schule und Bildung
Um die Qualität des Schulunterrichtes zu erhöhen, vermittelt World Vision den Primarlehrern neue Unterrichtsmethoden, die die Kinder stärker mit einbeziehen. Die Vertreter von lokalen Schulen und Kindergärten stellen in Zusammenarbeit mit World Vision und den lokalen Behörden sicher, dass die Schulen und Kindergärten besser ausgerüstet werden. 178 Kinder aus ärmsten Verhältnissen konnten in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Kirchen in ein Schulmittagessenprogramm aufgenommen werden.
Mikrofinanz
World Vision hat Bauern Know-how im Gemüseanbau vermittelt, den Bau von Gewächshäusern finanziert und geholfen, eine Gemüsegenossenschaft zu bilden, um leichter Zugang zu den Märkten zu bekommen und mehr Einkommen zu generieren. Nun ist die Genossenschaft in der Lage, einen Teil der Ernte für die Schulmahlzeiten benachteiligter Kinder bereitzustellen, und plant, den Schülern einer Sekundarschule Gemüse- und Getreideanbau praktisch zu unterrichten. Somit gibt sie den Segen, den sie empfangen hat, an andere weiter und trägt zu einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde bei.
Menschen- und Kinderrechte
Für Jugendliche und junge Erwachsene aus schwierigen Verhältnissen, die nach dem Schulabschluss oder –abbruch ohne Perspektive dastehen, ist die Gefahr sehr gross, dass sie Menschenhändlern in die Fänge geraten. World Vision hilft den lokalen Behörden, Mitgliedern von lokalen Entwicklungsorganisationen, dass Eltern und Kindern, durch Sensibilisierungskampagnen und Schulungen, die Gefahr erkennen.
Letzten Winter identifizierte World Vision 15 Jugendliche, bei denen das Risiko wegen mangelnder Schulbildung und fehlender Finanzen zuhause besonders hoch war, und setzt sich dafür ein, dass sie eine berufliche Anlehre machen können.
Kompetenzentwicklung
World Vision ermutigt die Bevölkerung, Interessengruppen und Entwicklungsorganisationen zu gründen, die die Entwicklung der Region selbstständig weiterführen.
Letzten Winter half World Vision einer Jugendorganisation für Entwicklung, sich offiziell als Verein registrieren zu lassen. Die sieben jugendlichen Gründungsmitglieder setzten sich in mehreren Kursteilen mit Themen auseinander wie Projektplanung, Leiterschaft und Freiwilligenarbeit.


