Armut, wirtschaftliche und soziale Instabilität sowie eine extrem hohe Kindersterblichkeit hemmen das Land.
Niger liegt am südlichen Rand der Sahara und ist ein weites, trockenes Land. Die sesshaften Völker Songhai, Zarma und Hausa leben im fruchtbaren Landstreifen im Süden. Die Tuareg und Fulani ziehen als Nomaden im Norden des Landes umher, wo sie Kamele, Ziegen, Schafe und Rinder züchten. Da Dürre und Nahrungsmangel die Nomaden in den Süden treiben, kommt es immer wieder zu Konflikten.
Geringer Entwicklungsgrad
Niger gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Auf dem Human Development Index 2010 der UNO (Index des Entwicklungsstandes eines Landes) liegt Niger auf Rang 167 von 169 Ländern mit vergleichbaren Daten. Dieser Index berücksichtigt nicht nur das Pro-Kopf-Einkommen, sondern auch die Lebenserwartung und den Bildungsgrad der Bevölkerung. Das Land hat nicht nur mit verheerenden Dürren und Flutkatastrophen zu kämpfen, sondern auch mit weit verbreiteter Korruption.
Jedes sechste Kind stirbt
63 Prozent der Bevölkerung leben unter der nationalen Armutsgrenze von 1.25 Dollar pro Tag, wobei Frauen viel stärker betroffen sind als Männer. 52.5 Prozent der Bevölkerung sind unter 15 Jahren alt. Nur knapp 29 Prozent der Erwachsenen können lesen und schreiben. Die Kindersterblichkeit der unter Fünfjährigen sank zwar seit 1990 von 305 auf 160 von 1'000 Kindern, ist aber immer noch sehr hoch. Jedes sechste Kind stirbt vor seinem fünften Geburtstag.
Auf Hilfe angewiesen
Niger kann seine enormen Probleme ohne Hilfe von aussen nicht bewältigen. Auf politischer Ebene und von internationalen Organisationen erhält das Land in vielen Bereichen Unterstützung. Nichtregierungsorganisationen konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. So engagiert sich World Vision in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Schule und Bildung, Einkommensförderung sowie Umsetzung von Menschen- und Kinderrechten.
World Vision unterstützt die Patenschaftsprojekte Karadjé Banguey-do und Harobanda-Estim Niger.
Projektschwerpunkte
- Gesundheit und Ernährung
- Schule und Bildung
- Landwirtschaft und Mikrofinanz
- Menschen- und Kinderrechte
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt
Länder im Vergleich
| *UN Entwicklungsindikator für Länder | ||
|---|---|---|
| Niger | Schweiz | |
| Bevölkerung unter 15 Jahren | 52.5% | 15.2% |
| Kinder pro Frau | 7.6 | 1.46 |
| Ärzte pro 100‘000 Einwohner | 3 | 360 |
| Lebenserwartung | 53.4 Jahr | 81 Jahre |
| Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten | 820 | 10 |
| Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1'000) | 160 | 4 |
| Säuglingssterblichkeit (von 1'000) | 76 | 4 |
| Analphabeten über 15 Jahren | 71,3% | 1% |
| Human Development Index* (von 169) | Rang 167 | Rang 13 |
Niger in Zahlen
| Hauptstadt | Niamey |
|---|---|
| Fläche | 1‘267‘000 km2 (CH 41‘285 km2) |
| Einwohner | 16.47 Mio. (CH 7.87 Mio.) |
| Sprachen | Französisch, Hausa, Zarma |
| Religionen | Muslime 80%, andere (inkl. Animisten und Christen) 20% |
| Exportgüter | Baumwolle, Erdöl |
| Grösste Herausforderungen | Krankheiten, Kinder- und Müttersterblichkeit, mangelnde Bildung, Mangelernährung |
| World Vision in Niger | seit 1973 |
| Projekte | Patenschaftsprojekte Karadjé Banguey-do und Harobanda-Est |
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