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Nepal - kleine Fortschritte, grosse Herausforderungen

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Die gewalttätigen Konflikte zwischen Regierungstruppen und Maoisten haben in Nepal tiefe Spuren hinterlassen, von denen sich das Land und die Menschen nur langsam erholen.

Nepal liegt zwischen Indien und China im Schoss des majestätischen Himalaja-Gebirges. Der höchste Berg, Mount Everest, ist hier. Doch auch das bergige Mittelland und der nepalesische Teil der Ganges-Tiefebene prägen die Landschaft Nepals.

Langsame Erholung nach blutigen Konflikten

Während fast zehn Jahren erlebte Nepal heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Maoisten. Mehr als 13‘000 Menschen starben, Tausende verschwanden. Frauen und Kinder litten besonders. Nach einem Friedensabkommen im Jahr 2006 wandten sich die Maoisten der Politik zu und gewannen 2008 die Mehrheit der Parlamentssitze Nepals. Ihr Ziel, die Abschaffung des Hindu Königreichs Nepal, erreichten sie im Mai 2008.

Jetzt ringen die politischen Parteien um eine neue Verfassung. Der Weg zu einer demokratischen Republik ist noch steinig. Eine grosse Herausforderung dabei ist das immer noch stark wirkende Kastenwesen, das die unteren Kasten und die Kastenlosen einfach ihrem Elend überlässt.

Armut

Die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Ein Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Wasser, nicht genügend zu essen. Sie sind medizinisch unterversorgt und haben keine Chance auf Bildung. Etwa die Hälfte der arbeitsfähigen Bevölkerung ist arbeitslos. Die meisten armen Menschen leben auf dem Land, doch eine grosse Zahl kämpft auch in den Städten ums Überleben.

Wo Leben blühen sollte, gedeiht der Tod

Jedes Jahr sterben in Nepal mehr als 50’000 Kinder. Bei über 60 Prozent ist Mangelernährung die eigentliche Ursache. Generell ist etwa die Hälfte der Kinder zu leicht und Dreiviertel der schwangeren Frauen haben Anämie.

Die Müttersterblichkeit ist sehr hoch, weil das Gesundheitssystem schlecht ausgebaut ist und die Frauen in Notfällen kaum Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Auch die Säuglingssterblichkeit ist hoch, weil die Bevölkerung kaum weiss, wie sie für die Neugeborenen angemessen sorgen soll.

Zugang zur Bildung – doch nicht für alle

28 Prozent der Kinder im schulfähigen Alter gehen nicht in die Schule, in den meisten Fällen Mädchen. Nur 50 Prozent der Kinder, die in die erste Klasse gehen, erreichen die fünfte Klasse. Herausforderungen wie Armut, Mangel an Schulen und Lehrern in abgelegenen Gebieten, schlecht ausgerüstete Schulen führen dazu, dass viele Kinder nicht die ihnen eigentlich zustehende Bildung erhalten.

Rund die Hälfte der Bevölkerung sind Analphabeten. Nur ein Viertel der Frauen können lesen und schreiben. Ein Mangel an Schulbildung, Fähigkeiten und betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen erschwert es der Bevölkerung, ihre Familien zu versorgen.

World Vision unterstützt die Patenschaftsprojekte Lalitpur und Lamjung in Nepal.

Projektschwerpunkte

  • Gesundheit und Ernährung
  • Schule und Bildung
  • Landwirtschaft und Mikrofinanz
  • Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt

Länder im Vergleich

*UN Entwicklungsindikator für Länder    
  Nepal Schweiz
Bevölkerung unter 15 Jahren 34.6% 15.2%
Kinder pro Frau 2.47 1.46
Ärzte pro 100‘000 Einwohner 21 360
Lebenserwartung 66.2 Jahre 81 Jahre
Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten 380 10
Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1'000) 48 4
Säuglingssterblichkeit (von 1'000) 39 4
Analphabeten über 15 Jahren 51.4% 1%
Human Development Index* (von 169) Rang 138 Rang 13

Nepal in Zahlen

Hauptstadt Kathmandu
Fläche 147‘181 km2 (CH 41‘285 km2)
Einwohner 29.4 Mio. (CH 7.87 Mio.)
Sprachen Nepali (offiziell) 47.8%, Maithali 12.1%, Bhojpuri 7.4%, andere
Religionen Hindu 80.6%, Buddhisten 10.7%, Muslime 4.2%
Exportgüter Landwirtschaftliche Produkte, Teppiche, Tourismus
Grösste Herausforderungen Kastenwesen, Armut, Krankheiten, Mütter- und Kindersterblichkeit, mangelnde Bildung
World Vision in Nepal seit 1982 (Start einzelne Projekte, seit 2001 fest)
Projekte Patenschaftsprojekte Lalitpur und Lamjung


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