World Vision
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Khentii

Wie man sich richtig während der Schwangerschaft ernährt oder ein Finanzbudget erstellt - das unter anderem lernten die Menschen in Khentii in den letzten Monaten.

Rund 230 Kilometer östlich der Hauptstadt Ulaanbaatar liegt Khentii, das als Geburtsort von Dschingis Khan gilt. In der gleichnamigen Provinz leben etwa 72‘000 Menschen. Besonders auffällig ist die Provinz aufgrund einer hohen Kriminalitätsrate. 55 Prozent der Bevölkerung sind arbeitslos, 67.5 Prozent leben unter der Armutsgrenze.

2002 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppierungen und engagierten Personen das Patenschaftsprojekt Khentii mit Fokus auf die Bezirke Kherlen und Berkh. Hier leben zirka 20‘000 Menschen. Rund 1'850 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit in das Patenschaftsprogramm integriert.

World Vision setzt sich in folgenden Bereichen ein

  • Schule und Bildung: Freizeitangebote, Spielplätze, musische Fächer, Tanzunterricht, Schachturniere, aber auch Weiterbildung für Lehrer, Beeinflussung des Lehrplanes in Richtung Umwelt und Zivilgesellschaft, Freizeitbeschäftigung für kriminell gefährdete und vernachlässigte Jungen wie Sportwettkämpfe und Akrobatik.
  • Gesundheit und Ernährung: Schulungen und im Bedarfsfall Vitaminpräparate. Aufklärung über hochansteckende Krankheiten wie Tuberkulose und HIV und Aids. Trinkwasserversorgung, Strassenreinigungskampagnen und sanitäre Anlagen.
  • Landwirtschaft und Mikrofinanz: Bilden und Schulen von Selbsthilfegruppen, Mikrokredite als Startkapital für selbständig Erwerbende.
  • Menschen- und Kinderrechte: Schutz vor Gewalt, Missbrauch und vernachlässigten Elternpflichten.
  • Not- und Katastrophenhilfe: Nothilfe (vor allem Winterhilfe in Form von Lebensmitteln, Kleidern und Heizmaterial), Vorbeugende Massnahmen (Schutz vor Pandemien und Erdbeben).
  • Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.

Fortschritte 2010/11

Gesundheit und Ernährung

In Zusammenarbeit mit Gesundheitsorganisationen gelang es werdende Mütter besser auf die Geburt vorzubereiten. Zudem stieg die Voruntersuchungsrate von 75 auf 83.1 Prozent.

In Kindergärten und Schulen erhielten die Kinder praktische Hygiene-Tipps.

Um die Mangelernährung bei kleinen Kindern zu reduzieren, bietet World Vision Ernährungskurse für junge Mütter an, in denen sie lernen wie sie sich während der Schwangerschaft gut versorgen und wie sie ihre Kinder nach der Geburt richtig stillen und ernähren können.

Landwirtschaft und Mikrofinanz

Da vor allem jungen Familien das Wissen über Finanzen, Budget, Sparpläne, etc. fehlt, bietet World Vision Finanzkurse an. Im letzten Halbjahr besuchten 176 Menschen diese Kurse, darunter auch 70 Schüler. 23 Teilnehmer konnten nach dem Kurs sogar ein Sparkonto eröffnen.

22 arbeitslosen jungen Männern verhalf World Vision zu einer Ausbildung zum Bergbaumaschinenfahrer, um so ihre Chancen auf eine Stelle zu erhöhen. Aus 54 eingereichten Projekten für Kleingewerbe wählte World Vision in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden solche aus, die für die Gemeinschaft wichtig sind und vergab 28 Familien einen Mikrokredit für Nähmaschinen, Melkmaschinen, Weidelandeinzäunung oder einen Gemüsekeller.

Kompetenzentwicklung

World Vision hat ein Zentrum für Kinder eingerichtet und bietet dort eine Bibliothek, Kurse in Englisch oder Computer, Tanzen und traditionelles Handwerk an. Dies hilft mit, dass die Kinder ihr Potenzial entfalten können und nicht zweifelhaften Aktivitäten auf der Strasse nachgehen. Für die Eltern gibt es Programme für gute Kindererziehung und für die Überwindung von Alkoholproblemen. 15 Personen machten in dem Alkoholprogramm mit und erlebten erste positive Veränderungen in ihrem Leben.

Da viele Menschen arbeitslos sind und ihnen nötige Fähigkeiten fehlen, schafft World Vision zusammen mit anderen Partnern Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Um der Gesellschaft bewusst zu machen, dass Kinder Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und Vernachlässigung brauchen, setzte World Vision drei Kinderschutzteams ein, die an zwei lokalen Sekundarschulen Kinderschutzregeln erarbeiten.