World Vision
zurück

Darkhan

In Darkhan stehen die Armen im Fokus. World Vision fördert gezielt Kinder besonders benachteiligter Familien und unterstützt sie u.a. bei der Frühförderung oder in Sachen Gewaltprävention.

Darkhan ist die zweitgrösste Stadt in der Mongolei, liegt 220 Kilometer nördlich der Hauptstadt Ulaanbaatar und hat mehr als 100‘000 Einwohner aus allen Landesteilen. 51 Prozent der Bevölkerung sind unter 35 Jahren alt. Viele leben in extremer Armut, sind arbeitslos und sogar obdachlos.

Mangelernährung ist weit verbreitet, ebenso Krankheiten aufgrund mangelnder Hygiene. Als Folge abgerodeter Wälder, örtlicher Überweidung und fehlendem Umweltschutz, erlebt die Region eine zunehmende Verwüstung.

2002 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung, Behörden und Organisationen das Patenschaftsprojekt Darkhan in den sieben ärmsten Stadtvierteln. Hier leben 33‘700 Menschen. Rund 2'000 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit im Patenschaftsprogramm integriert.

World Vision setzt sich in folgenden Bereichen ein

  • Schule und Bildung: Freizeitangebote, Spielplätze, musische Fächer, Tanzunterricht, Schachturniere, aber auch Weiterbildung für Lehrer, Beeinflussung des Lehrplanes in Richtung Umwelt und Zivilgesellschaft, Freizeitbeschäftigung für kriminell gefährdete und vernachlässigte Jungen wie Sportwettkämpfe und Akrobatik.
  • Gesundheit und Ernährung: Schulungen und im Bedarfsfall Vitaminpräparate. Aufklärung über hochansteckende Krankheiten wie Tuberkulose und HIV und Aids. Trinkwasserversorgung, Strassenreinigungskampagnen und sanitäre Anlagen.
  • Landwirtschaft und Mikrofinanz: Bilden und Schulen von Selbsthilfegruppen, Mikrokredite als Startkapital für selbständig Erwerbende.
  • Menschen- und Kinderrechte: Schutz vor Gewalt, Missbrauch und vernachlässigten Elternpflichten.
  • Not- und Katastrophenhilfe: Nothilfe (vor allem Winterhilfe in Form von Lebensmitteln, Kleidern und Heizmaterial), Vorbeugende Massnahmen (Schutz vor Pandemien und Erdbeben).
  • Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.

Fortschritte 2010/11

Schule und Bildung

World Vision hilft Eltern ihre Kinder auf den Kindergarten vorzubereiten und altersgerecht zu fördern. In Kursen lernen sie z.B. Sprachförderungsspiele und Übungen zur Unterstützung der sozialen und intellektuellen Entwicklung ihrer Kinder kennen. Den Kindergärten selbst hilft World Vision mit Weiterbildungen und Anregungen zur kindgerechten Gestaltung der Einrichtungen. In Kinderzentren werden diverse Freizeitkurse für Kinder angeboten, die aus armen Familienverhältnissen stammen.

Gesundheit und Ernährung

Um Familien zu helfen einen gesunden Lebensstil zu entwickeln, führt World Vision für Kinder und Erwachsene Sensibilisierungskampagnen und Schulungen z.B. über Tuberkulose (TB) durch. Die Teilnehmer lernen Ursachen und Symptome kennen und wie sie sich vor der Krankheit schützen können. Dazu gehören auch TB-Tests. Fast 700 Menschen nahmen an diversen Aktivitäten teil.

Landwirtschaft und Mikrofinanz

Gemeinsam mit den lokalen Basisorganisationen und den Behörden bietet World Vision Kurse über Familienfinanzen, Sparen und Führen eines Kleingewerbes an, die von fast 300 Menschen im Bereichszeitraum besucht wurden.

Die Frei-von-Schulden Kurse, die in Zusammenarbeit mit lokalen Kirchgemeinden durchgeführt wurden, halfen 65 Teilnehmern ihre Finanzen zu ordnen und Spargruppen zu gründen. Die Anbindung an ein Mikrofinanzinstitut (Vision Fund) erlaubt solchen Gruppen, einen gemeinsamen Kredit zu erwerben.

Menschen- und Kinderrechte

World Vision setzt sich dafür ein, dass alle Kinder die Möglichkeit haben ihr Potenzial in einer sicheren und liebevollen Umgebung zu entfalten. Dazu machte sich ein Team von Helfern auf, um sich während mehrerer Wochen mit neun Familienvätern zu treffen, die Zuhause schwarz Wodka brannten. Ziel dieser Treffen war es, ihnen zu helfen, die Folgen für ihre Kinder zu erkennen, mit dem Schwarzbrennen aufzuhören und andere Einkommensmöglichkeiten zu finden.

Kinderschutzkomitees mit Vertretern der Schulbehörde, Eltern und Lehrer fördern die Sensibilität zum Thema Missbrauch.