Weite Steppen, Reiter auf zottigen kleinen Pferden, in dicke bunte Jacken gepackte Frauen und trotz eisiger Kälte orientalischer Flair. Das – aber nicht nur das – ist die Mongolei.
Im 12. Jahrhundert einte Dschingis Khan die mongolischen Stämme zu einem Staat, der zu einem Weltreich wuchs und 1543 zerfiel. Ein Nachfolge-Staat fiel an China und wurde nach der Chinesischen Revolution 1911 als heutige Mongolei unabhängig. Die enge Anbindung an die Sowjetunion brachte den Versuch einer Planwirtschaft mit sich. Seit den ersten freien Wahlen 1990 etablieren sich Demokratie und Wirtschaft.
Ein Schritt vor, zwei zurück
Mit der Einstellung der Moskauer Wirtschaftshilfe und dem Abzug der osteuropäischen Experten fiel das Land zunächst in eine Krise. Die Menschen zogen zur Arbeit in die Stadt, schafften den Wechsel zur Marktwirtschaft aber nicht. Von der Erholung der Wirtschaft profitieren sie kaum. Vor allem gesunde Nahrungsmittel sind für sie unerschwinglich.
Schlüssel zur Zukunft
Unter der wirtschaftlichen Krise der 90er Jahre litt insbesondere das Bildungssystem. Noch heute sind Schulen und Kindergärten oft überfüllt; auf dem Land fehlen sie in weiten Teilen. Wohnmöglichkeiten für Schulkinder aus Nomadenfamilien gibt es nur wenige. Trotz kostenlosem Schulbesuch können viele Eltern Uniform und Unterrichtsmaterial nicht bezahlen. Viele Jugendliche bleiben zu Hause und flüchten sich in Alkohol, Gewalt und Drogen.
Gesundheit?
Etwa 30 Prozent der Bevölkerung haben kein sauberes Trinkwasser und keine sanitäre Anlagen. Wegen der hohen Lebensmittelpreise sind 6,3 Prozent der Kinder unterernährt. Die Knochenerkrankung Rachitis ist weit verbreitet, denn während des langen Winters reicht die Sonneneinstrahlung nicht zur Bildung von genügend Vitamin D.
Verbesserung der Lebenssituation
Die Mongolei leistet vieles aus eigener Kraft. Dennoch ist das Land auf zusätzliche Hilfe von aussen angewiesen. Die Einbindung in die internationale Staatengemeinschaft, die Mitgliedschaft in der UNO und ihren Unterorganisationen, der Weltbank und der Asiatischen Entwicklungsbank sind auf politischer Ebene eine wichtige Hilfe.
Nicht-Regierungsorganisationen wie World Vision konzentrieren sich auf die Verbesserung der alltäglichen Lebenssituation der Menschen. Sie bieten Hilfe und Unterstützung vor allem in den Bereichen Gesundheit und Bildung und tragen so dazu bei, den Menschen Mut und neue Perspektiven für eine bessere Zukunft zu geben.
World Vision unterstützt die Patenschaftsprojekte Darkhan und Khentii in der Mongolei sowie zwei Schwerpunktprojekte; Vergabe von Mikrokrediten sowie Hilfe für Strassenkinder.
Projektschwerpunkte
- Schule und Bildung
- Gesundheit und Ernährung
- Wasser und Umwelt
- Landwirtschaft und Mikrofinanz
- Menschen- und Kinderrechte
- Not- und Katastrophenhilfe
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt
Länder im Vergleich
| *UN Wohlstandsindikator für Länder | ||
|---|---|---|
| Mongolei | Schweiz | |
| Bevölkerung unter 15 Jahren | 27.3% | 15.2 % |
| Kinder pro Frau | 2.21 | 1.46 |
| Ärzte pro 100‘000 Einwohner | 263 | 360 |
| Lebenserwartung | 68.31 Jahre | 81 Jahre |
| Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten | 65 | 10 |
| Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1000) | 29 | 4 |
| Säuglingssterblichkeit (von 1000) | 24 | 4 |
| Analphabeten über 15 Jahren | 2.2% | 1% |
| Human Development Index* (von 169) | Rang 113 | Rang 13 |
Mongolei in Zahlen
| Hauptstadt | Ulaanbaatar |
|---|---|
| Fläche | 1‘564‘116 km2 (CH 41‘285 km2) |
| Einwohner | 3.13 Mio. (CH 7.87 Mio.) |
| Sprachen | Mongolisch 90%, Türkisch, Russisch |
| Religionen | Buddhisten 50%, Muslime 4%, keine 40% |
| Exportgüter | Kupfer, Gold, Zink, Kaschmir, Kohle |
| Grösste Herausforderungen | Arbeitslosigkeit, Alkohol und Gewalt, Mangelernährung, Krankheiten (TB) |
| World Vision in Mongolei | seit 1993 |
| Projekte | Patenschaftsprojekte Darkhan und Khentii, Schwerpunktprojekte Vergabe von Mikrokrediten, Hilfe für Strassenkinder |

