Um die Kinder- und Müttersterblichkeit zu senken, richtet World Vision in Sebkha eine Geburtsklinik und weitere Gesundheitsstationen ein.
Als Folge der Dürrekatastrophen in den vergangenen Jahrzehnten zogen viele Menschen auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Hauptstadt Nouakchott. Die meisten Menschen leben dort jedoch in ärmlichen Behausungen in weitläufigen Quartieren mit in allen Bereichen unzulänglicher Infrastruktur. World Vision Schweiz unterstützt in Nouakchott zwei Patenschaftsprojekte, die geographisch in direkter Nachbarschaft liegen.
Der Stadtkreis Sebkha liegt südwestlich vom Stadtzentrum und umfasst vier Quartiere. Vom ganzen Land sind Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben in diesen Stadtkreis gezogen, der somit zum Schmelztiegel der verschiedenen Volksgruppen wird. Die Trinkwasserversorgung ist ungenügend und längst nicht alle Menschen haben Elektrizität in ihren Häusern. Die vorhandenen sozialen Einrichtungen sind vom Ansturm der notleidenden Menschen überfordert. Diese Menschen versuchen, mit Kleingewerbe, Fischerei und Bauarbeiten Geld zu verdienen.
1999 lancierte World Vision das Patenschaftsprojekt Sebkha, in dessen Einzugsbereich etwa 50‘000 Menschen leben. 1'500 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit im Patenschaftsprogramm integriert.
World Vision ist in folgenden Bereichen aktiv
- Gesundheit und Ernährung: Mütter- und Kindersterblichkeit senken und Krankheiten vermeiden durch bessere medizinische Versorgung und Sensibilisierungskampagnen.
- Schule und Bildung: Den Jungen und Mädchen eine gute Schulbildung vermitteln. Eltern sensibilisieren, dass sie auch ihre Töchter in die Schule gehen lassen. Alphabetisierungskurse für Jugendliche und Erwachsene.
- Landwirtschaft und Mikrofinanz: Den Menschen, besonders den Frauen, helfen, ein Kleingewerbe auf eine gesunde Basis zu stellen, so dass sie ihren Lebensunterhalt verdienen können.
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/11
Schule und Bildung
Unser Ziel ist, dass mehr Jungen und Mädchen die Schule bis zum Abschluss besuchen und eine gute Schulbildung erhalten. Daher engagiert sich World Vision in der Lehrerausbildung und der Ausstattung von Klassenräumen.
Dank besserer Infrastruktur stieg die Zahl der Schulkinder im letzten Jahr von 3'950 auf 4'247. Über 2200 Kinder der 4. bis 6. Primarklasse besuchten Kurse, um ihre Lese- und Rechenkenntnisse zu verbessern.
Gesundheit und Ernähung
Um die Kinder- und Müttersterblichkeit zu senken und der Bevölkerung einen besseren Gesundheitszugang zu ermöglichen, trägt World Vision dazu bei, eine Geburtsklinik und Gesundheitsstationen zu bauen oder zu sanieren und sie mit dem nötigen Material auszurüsten. Auch Weiterbildungen für das Gesundheitspersonal gehören dazu.
Mit Kampagnen weisen die von World Vision geschulten Gesundheitshelfer auf das Problem von HIV und Aids hin und helfen der Bevölkerung, die Ansteckungsmöglichkeiten zu kennen und zu vermeiden. 6'000 Menschen besuchten Veranstaltungen, wie sie sich und ihre Kinder vor Malaria schützen können.
94 Prozent der Kleinkinder in Sebkha konnten im Rahmen einer nationalen Impfkampagne, die auch von World Vision mitgetragen wird, gegen häufige Krankheiten geimpft werden.
Kompetenzentwicklung
World Vision will in absehbarer Zeit das Projekt der lokalen Bevölkerung übergeben. Darum ist ein Schwerpunkt der Arbeit, in Zusammenarbeit mit lokalen Basisorganisationen und Behörden, geeignete Menschen und Organisationen, die die Projektaktivitäten zur nachhaltigen Entwicklung weiterführen, zu finden und zu schulen.


