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Arafat II

270 Jugendliche und junge Erwachsenen im Projekt Arafat II haben dank eines Computer- und Alphabetisierungskurses jetzt die Chance auf einen Arbeitsplatz.

Als Folge der Dürrekatastrophen in den vergangenen Jahrzehnten zogen viele Menschen auf der Suche nach Arbeit vom Land in die Hauptstadt Nouakchott. Die meisten Menschen leben dort jedoch in ärmlichen Behausungen in weitläufigen Quartieren mit in allen Bereichen unzulänglicher Infrastruktur. World Vision Schweiz unterstützt in Nouakchott zwei Patenschaftsprojekte, die geographisch in direkter Nachbarschaft liegen.

Einer der ärmsten Stadtteile Nouakchotts und Projektgebiet ist Arafat, südlich vom Stadtzentrum gelegen. Die meisten Bewohner sind auf Wasser aus Zisternen angewiesen, die mit Tanklastern befüllt werden. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit Hilfsjobs oder im Kleingewerbe. Die Arbeitslosigkeit ist jedoch enorm hoch. Den schlechten Ernährungs- und Hygienebedingungen, die wiederum Ursache für viele Krankheiten sind, steht eine minimal ausgebaute und kaum erschwingliche Gesundheitsversorgung gegenüber.

Seit 1998 ist World Vision jetzt in diesem Gebiet engagiert, in dem rund 45‘000 Menschen leben. 1'170 Kinder aus den ärmsten Familien sind derzeit im Patenschaftsprogramm integriert.

World Vision ist in folgenden Bereichen aktiv

  • Gesundheit und Ernährung: Mütter- und Kindersterblichkeit senken und Krankheiten vermeiden durch bessere medizinische Versorgung und Sensibilisierungskampagnen.
  • Schule und Bildung: Den Jungen und Mädchen eine gute Schulbildung vermitteln. Eltern sensibilisieren, dass sie auch ihre Töchter in die Schule gehen lassen. Alphabetisierungskurse für Jugendliche und Erwachsene.
  • Landwirtschaft und Mikrofinanz: Den Menschen, besonders den Frauen, helfen, ein Kleingewerbe auf eine gesunde Basis zu stellen, so dass sie ihren Lebensunterhalt verdienen können.
  • Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.

Fortschritte 2010/11

Gesundheit und Ernährung

Um die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken und den Familien zu helfen, Krankheiten zu vermeiden, fördert World Vision die vor- und nachgeburtlichen Untersuchungen, Impfprogramme für Kleinkinder, ausgewogene Ernährung und eine adäquate Weiterbildung für das Gesundheitspersonal.

World Vision bot an den Schulen Hygieneschulungen an, die nicht nur von Schülern, sondern auch von Lehrern, Schulleitern und Mitgliedern der lokalen Behörden besucht wurden. Darauf wurde für jede Schule ein Komitee gebildet, welches das Anliegen an den einzelnen Schulen weiter bearbeitet durch Sensibilisierungskampagnen und Verbesserung der sanitären Einrichtungen.

Schule und Bildung

In den letzten Jahren half World Vision Schulhäuser zu bauen und einzurichten und das Lehrpersonal auszubilden. So sind weitere, dringend benötigte Schulplätze geschaffen und die Qualität des Unterrichtes verbessert worden. Da viele Jugendliche keinen Schulabschluss haben, bietet World Vision Computer- und Alphabetisierungskurse an.

270 Jugendliche besuchten letzten Winter diese neunmonatigen Kurse und können nun lesen, schreiben rechnen und einfache Büroarbeiten ausführen. Das erhöht ihre Chance auf eine Arbeitsstelle und damit eine Verbesserung ihrer Lebensumstände.

Landwirtschaft und Mikrofinanz

World Vision ermutigt Frauen, Selbsthilfegruppen mit etwa 20 Mitglieder zu gründen, um gemeinsam erfolgreicher Einkommen erwirtschaften zu können. Um diese Gruppen zu stärken, führte World Vision einen Kurs über Betriebswirtschaft und Geschäftsführung durch. 42 Frauen aus 14 Frauengruppen besuchten den Kurs und sind nun in der Lage, das Gelernte in ihren Gruppen anzuwenden.