Damit die Kinder - vor allem Mädchen - in Seniwe die Schule besuchen können, sensibilisiert World Vision Eltern, Dorfleiter und Basisorganisationen.
Rund 450 Kilometer östlich der Hauptstadt Bamako an der Grenze zu Burkina Faso liegt der Bezirk Tominian in einer sandigen und wenig fruchtbaren Ebene. Verschiedene Volksgruppen leben hier, die grösste ist das Volk der Bobo. Ein Grossteil der Bevölkerung spricht Bomu und lebt in traditionellen Dörfern mit 100 bis 3'000 Einwohnern. Ein Haushalt umfasst durchschnittlich zehn Personen.
Die Familien betreiben Ackerbau, Viehzucht oder Fischfang. Die Strassen sind sehr schlecht, nur geländegängige Fahrzeuge können hier fahren. Viele Menschen benützen Velo, Mofa oder Eselkarren. Die schlechten Transportwege tragen dazu bei, dass die Region sich wirtschaftlich kaum entwickelt und im Bildungsbereich isoliert ist. Ausserdem hat die Bevölkerung nur schlecht Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Trinkwasserversorgung ist schlecht, Krankheiten sind häufig.
World Vision führt südlich von Tominian seit 2001 das Patenschaftsprojekt Seniwe in 74 Dörfern durch und erreicht so rund 45‘000 Menschen. Derzeit sind 1'950 Kinder aus den ärmsten Familien in das Patenschaftsprogramm integriert. Sie profitieren zusammen mit ihren Familien und den ganzen Dorfgemeinschaften von den Projektaktivitäten.
World Vision engagiert sich in folgenden Bereichen
- Schule und Bildung: Den Zugang zur Schule und die Unterrichtsqualität verbessern, Alphabetisierungskurse und Berufsausbildungen für Jugendliche und Erwachsene.
- Gesundheit und Ernährung: Vor allem für Kinder und Mütter, um die Kinder- und Müttersterblichkeit zu verringern und Mangelernährung zu vermeiden. Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser in der Nähe von Dörfern, Schulen und Gesundheitsstationen sicherstellen, adäquate sanitäre Einrichtungen erstellen und die Menschen in diesen Bereichen schulen.
- Landwirtschaft und Mikrofinanz: Durch bessere landwirtschaftliche Methoden, Kleingewerbeförderung, Spargruppen und Mikrokrediten wird den Familien eine solide Lebensgrundlage ermöglicht.
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/11
Gesundheit und Ernährung
Damit die Bevölkerung das ganze Jahr über ausreichend Lebensmittel in guter Qualität zur Verfügung hat, hilft World Vision mit verschiedenen Projekten wie Gemüsegarten, sichere Getreidespeicher oder moderne Anbaumethoden. 140 Frauen lernten, wie sie Gemüse anpflanzen und weiter verarbeiten können.
Schwerpunkte der Arbeit sind die Gesundheit besonders der Kinder und Mütter zu verbessern, die Bevölkerung vor Malaria und HIV und Aids zu schützen und sie ausreichend mit Trinkwasser zu versorgen. Hygiene und sanitäre Anlagen sind ebenso wichtige Themen, wie der Kampf gegen die leider immer noch praktizierte weibliche Genitalbeschneidung.
Schule und Bildung
Ein wichtiges Ziel ist, den Jungen und Mädchen eine adäquate Schulbildung zu ermöglichen. Dazu baut World Vision einerseits kleine Schulhäuser mit sanitären Einrichtungen, und andrerseits werden den Lehrern, die meist nur eine schlechte Ausbildung hatten, Weiterbildungskurse ermöglicht.
Damit die Kinder von den Eltern aus überhaupt in die Schule gehen dürfen, sensibilisiert World Vision die Eltern, Dorfleiter und Basisorganisationen. Gerade für Mädchen ist dies sehr wichtig, da sie sonst die Schule schon nach nur wenigen Jahren verlassen, um im Haushalt mitzuhelfen oder früh verheiratet zu werden.


