Indien hat nach China die meisten Staatsbürger weltweit, Teile der höchsten Gebirgskette ziehen sich durchs Land, gewaltige Flüsse, weite Wüstenlandschaften bestimmen das Bild.
Indien ist eine alte Hochkultur mit bewegter Geschichte. 1947 erlangte das Land seine Unabhängigkeit vom British Empire und ist seither die „grösste Demokratie der Welt“.
Zeitgleich spaltete sich Pakistan vom Rest des Landes ab. Drei Kriege und heftige Grenzkonflikte halten beide Länder seither in Atem, obgleich sich die Beziehungen mittlerweile verbessert haben.
Ein breites soziales Gefälle
Industrie, Dienstleistungs- und Technologiesektor – und damit eine wachsende, wohlhabende Mittelschicht – haben sich in Indien rasant entwickelt. Von der wirtschaftlichen Stärke profitieren allerdings nur wenige - das soziale Gefälle nimmt zu.
Rund 44 Prozent der unter Fünfjährigen sind unterernährt. 80 Prozent der Inder müssen mit weniger als 2 US-$ pro Tag auskommen, 300 Millionen Menschen leben in absoluter Armut. Mehr Menschen als insgesamt auf dem afrikanischen Kontinent leben.
Ungleichheit trotz guter Bildungschancen
Die allgemeine Schulpflicht für Kinder von sechs bis 14 Jahren, kostenloser Schulbesuch und ein gut organisiertes Schulsystem einschliesslich Hochschulen bieten eigentlich gute Entwicklungschancen. Aber es gibt eine tiefe Kluft zwischen hohen und niederen Kasten, zwischen reich und arm, zwischen Mann und Frau.
Im jeweils zweiten Fall sieht es stets schlechter aus mit der Chance auf Bildung. Rund 40 Prozent aller Inder und 50 Prozent der indischen Frauen sind Analphabeten. Auf dem Land ist die Schulabbrecherquote deutlich höher als in der Stadt. Zusätzlich fehlt ein gutes Berufsbildungssystem.
Gesund ist, wer es sich leisten kann
In den Armutsgebieten fehlt es weitgehend an sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen. Infektionen und Krankheiten wie Tuberkulose oder Malaria werden vor allem für die unterernährten, geschwächten Menschen gefährlich.
Obwohl das Gesundheitswesen gut ausgebaut ist, gibt es vor allem bei der Versorgung der Landbevölkerung, von Armen und Frauen noch grosse Lücken.
Projektschwerpunkte
- Gesundheit und Ernährung
- Schule und Bildung
- Kinderrechte
- Ernährungssicherung und Einkommensförderung
- Landwirtschaftsförderung
- Friedensförderung
- Prävention und Behandlung HIV, Aids und Tuberkulose
- Patenschaftsprogramm - Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt
Länder im Vergleich
| *UN-Wohlstandsindikator für Länder | ||
|---|---|---|
| Indien | Schweiz | |
| Bevölkerung unter 15 Jahren | 29.7% | 15.2 % |
| Kinder pro Frau | 2.62 | 1.46 |
| Ärzte pro 100‘000 Einwohner | 60 | 360 |
| Lebenserwartung | 66.8 Jahre | 81 Jahre |
| Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten | 230 | 10 |
| Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1000) | 66 | 4 |
| Säuglingssterblichkeit (von 1000) | 50 | 4 |
| Analphabeten über 15 Jahren | 39% | 1% |
| Human Development Index* (von 169) | Rang 119 | Rang 13 |
Indien in Zahlen
| Hauptstadt | Neu-Delhi |
|---|---|
| Fläche | 3‘287‘263 km2 (CH 41‘285 km2) |
| Einwohner | 1‘189 Mio. (CH 7.87 Mio.) |
| Sprachen | Englisch (Hindi 41%, Bengali 8.1%, u.a.) |
| Religionen | Hindu 80.5%, Muslime 13.4%, Christen 2.3%, Sikh 1.9% |
| Exportgüter | Textilien, Kleidung, landwirtschaftliche Produkte (Tee, Baumwolle), Schmuck, Chemikalien |
| Grösste Herausforderungen | Mangelernährung, Naturkatastrophen, Kinderarbeit, religiöse und politische Gewalt |
| World Vision in Indien | seit 1962 |
| Projekte | Patenschaftsprojekte Aparajita, Duars, Schwerpunktprojekt Strassenkinder in Indien |

