Wie genug, richtig und biologisch Anbauen. Das lernten die Bauern in Sumaj Muju. So steigen nicht nur Qualität und Menge der Lebensmittel, es bleibt auch noch etwas für den Verkauf übrig.
Zwischen Llallagua und Sucre liegt der Bezirk Pocoata im kargen Hochland Boliviens. Die Menschen betreiben Landwirtschaft, können aber kaum davon leben. Daher wandern viele Arbeitskräfte in die Städte ab.
Viele Kinder sind mangelernährt. Die Schulen sind kaum in der Lage guten Unterricht anzubieten. Von den 15 bis 19-jährigen Mädchen sind 13.7 Prozent schwanger oder bereits Mutter. Für die Gesundheit wird wenig getan. Das führt dazu, dass dieses Gebiet selbst im armen Bolivien unterdurchschnittlich entwickelt ist.
2006 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit lokalen Entwicklungskomitees das Patenschaftsprojekt Sumaj Muju, in dessen Einzugsbereich ingesamt 59 Dörfer liegen. Über 2'000 Kinder aus den ärmsten Familien sind aktuell im Patenschaftsprogramm integriert. Etwa 20‘000 Menschen profitieren von den Aktivitäten.
World Vision setzt sich in folgenden Bereichen ein
- Gesundheit und Ernährung: Vor allem für Kinder und Mütter, HIV und Aids-Prävention.
- Schule und Bildung: Schulbesuch und Ausbildungsprogramme.
- Landwirtschaft und Mikrofinanz: Einkommensförderung, Landwirtschaft, Förderung geeigneter Institutionen.
- Menschen- und Kinderrechte: Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Kinderrechte.
- Not- und Katastrophenhilfe: Nothilfe, vorbeugende Massnahmen.
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/11
Gesundheit und Ernährung
In einem 12-tägigen Kurs erfuhren 100 Mütter alle wichtige Grundlagen zur gesunden Ernährung. 40 Lehrer haben sich weitergebildet und wissen nun, wie sie ihren Schülern das Thema Aids-Prävention nahebringen können.
Landwirtschaft und Mikrofinanz
Um den Speisenplan ausgewogener zu gestalten und die Mangelernährung zu senken entstanden im Projektgebiet neue Gewächshäuser. Dort wachsen nun unter anderem Tomaten, Gurken, Mangold, grüne Bohnen und Karotten.
189 Bauern besuchten zwei Trainingsmodule zur effektiven und schonenden Bodenbearbeitung, Pflanzung und Ernte. Biologischer Anbau eignet sich speziell für Kartoffeln, Weizen und Gerste.
Schule und Bildung
Die Gründung von 30 Schulkommissionen wurde unterstützt und deren Arbeit zu Bildungs- und Familienfragen gefördert. 183 Väter und Mütter besuchten zudem einen mehrteiligen Kurs zum Thema „Die Bedeutung von Bildung in Schule und Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf die Zukunft.“
Insgesamt sind vier Spielplätze in Schulen eingerichtet und ausgestattet worden.
Menschen- und Kinderrechte
220 Kinder und Erwachsene haben, mit Unterstützung, ihre Geburtsurkunde beantragt, um einerseits ihren Anspruch auf soziale Leistungen und andererseits ihre Rechte geltend machen zu können.
Ausserdem führte World Vision spezielle Seminare für Frauen zu den Themen Menschenrechte, Diskriminierung, häusliche Gewalt, etc. durch.


