In dem noch jungen Projekt Muktagacha liegt ein Schwerpunkt darauf, die Bevölkerung zu informieren und zu sensibilisieren und z.B. über Hygiene oder neue Anbaumethoden aufzuklären.
Muktagacha liegt rund 150 Kilometer nördlich der Hauptstadt Dhaka und einige Kilometer von der Distrikthauptstadt Mymensingh entfernt. In diesem ländlichen Gebiet leben 70 Prozent der Bevölkerung in Häusern aus Stroh oder Bambus. Nur wenige Häuser haben Latrinen und die Menschen trinken verschmutztes Wasser. So sind Krankheiten sehr verbreitet.
78 Prozent der Erwachsenen sind Analphabeten und nur wenige Kinder im schulpflichtigen Alter gehen zur Schule. Da die Lehrer schlecht ausgebildet und die Schulen mangelhaft ausgerüstet sind, leidet die Unterrichtsqualität sehr.
40 Prozent der Bevölkerung besitzen kein Land, sie und die Kleinbauern leiden darum besonders, wenn die Ernten mager ausfallen. Immer wieder verwüsten Wirbelstürme die Felder und Dörfer.
2007 lancierte World Vision in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppierungen und engagierten Personen das Patenschaftsprojekt Muktagacha. Im Projektgebiet leben über 83‘000 Menschen. Rund 1'300 Kinder aus den ärmsten Familien sind bisher in das Patenschaftsprogramm aufgenommen worden.
World Vision engagiert sich in folgenden Bereichen
- Gesundheit und Ernährung, vor allem für Kinder und Mütter.
- HIV- und Aids-Prävention, -Behandlung
- Schule und Bildung.
- Landwirtschaft und Mikofinanz: Wasser und Umwelt.
- Menschen- und Kinderrechte: Gleichberechtigung der Geschlechter, Kinder und ihre Rechte.
- Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht, um zu sehen, wie sie sich entwickeln und wo sie und ihre Familien Unterstützung brauchen. Das reicht von Schulmaterial und regelmässiger medizinischer Vorsorgeuntersuchung bis zu Gesprächen mit den Eltern, wie sie ihre Kinder besser erziehen und fördern können.
Fortschritte 2010/11
Gesundheit und Ernährung
Mütter lernen, wie sie sich in der Schwangerschaft und während der Geburt verhalten können, damit die Kinder gesund zur Welt kommen. Und sie lernen, wie sie ihre Kinder gesund und ausgewogen ernähren können.
Familien lernen Prinzipien der Hygiene kennen. Ziel ist, dass sie ihr Verhalten aus Überzeugung ändern.
Schule und Bildung
Um den Schulunterricht zu verbessern, erhielten Lehrer Weiterbildungen in modernen Unterrichtsmethoden. Lokale Schulpflegen wurden gebildet, die sich für die Qualität der Schulen einsetzen. 160 Jugendliche machten letztes Jahr in einem Programm mit, wo sie lernten, wie sie ihr Leben erfolgreich gestalten und führen können. Also soziale Kompetenzen, aber auch das Wissen um ihre Rechte und wo sie Hilfe bekommen können.
Landwirtschaft und Mikrofinanz
Bauern erhalten Hilfe, wie sie ihren Ertrag erhöhen können. Dazu gehören Maschinen, aber auch Schulungen über biologischen Dünger, Umgang mit Krankheiten, und Finanzwesen.
Eine Dorfgemeinschaft des Patenschaftsprojektes hat den ersten Preis für beste landwirtschaftliche Produktion auf Bezirksebene bekommen. Im Februar und März 2011 haben sich 35 Frauen schulen lassen, wie sie ein Zusatzeinkommen erwirtschaften können, um ihre Familien besser durchzubringen.


