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Bangladesch - Teufelskreis Armut

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60 Prozent der Bengalen arbeiten in der Landwirtschaft. Versuchen sie ihr Glück in den Städten, enden sie oft in den Elendsvierteln.

Bangladesch ist eines der ärmsten Länder der Welt. Auf engstem Raum leben hier mehr als 1'000 Menschen pro Quadratkilometer bei tropischer, extrem feuchter Hitze. Die Flüsse und Ströme, die sich durch das Land ziehen, überschwemmen das Land regelmässig. Oft treiben Wirbelstürme Wassermassen vom Meer ins Landesinnere. Die Auswirkungen sind sowohl für das Land als auch für seine Einwohner katastrophal.

Kriegerische Vergangenheit

Bis 1947 gehörte Bangladesch zu Britisch-Indien. Nach der Trennung zwischen Indien und Pakistan wurde es zu Ostpakistan bzw. Ostbengalen. Von den extremen Spannungen auf dem Subkontinent war das Land stets betroffen. Als Teil Pakistans fühlte es sich wegen seiner eigenen Kultur und Sprache stark diskriminiert. 1971 erlangte das Land schliesslich die Unabhängigkeit und rief die Volksrepublik Bangladesch aus. Die ersehnte Ruhe blieb jedoch aus – lange innere Kämpfe folgten.

Wenig Bildung, hohe Kosten

Das Bildungsangebot ist trotz der 1993 eingeführten Schulpflicht noch immer ungenügend. 46 Prozent der Menschen sind Analphabeten. Zwar wird kein Schulgeld verlangt, aber die Kosten für Lernmittel und Schuluniform sind für viele Eltern zu hoch. Vor allem Mädchen bleiben als Arbeitskräfte zu Hause. Freizeitangebote gibt es kaum.

Kreislauf des Elends

Viele Bengalen sind Analphabeten und arbeiten als Tagelöhner. 60 Prozent der Menschen bleibt nur die Landwirtschaft als Lebensunterhalt. In den grossen Städten ist die Arbeit auch knapp und so enden die Leute oft in den Elendsvierteln.

Gift für die Gesundheit

Es herrscht feuchte Hitze, und nur rund ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zu geeigneten Latrinen. Die Folge sind Infektionen und Durchfallerkrankungen, die für Kinder oft tödlich enden. Viele Kinder sind mangelernährt, nur wenige Menschen haben Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung.

World Vision unterstützt die Patenschaftsprojekte Jalchatra, Muktagacha und Narayanganj sowie ein Schwerpunktprojekt zur HIV- und Aids-Prävention in Bangladesch.

Projektschwerpunkte

  • Schule und Bildung
  • Gesundheit und Ernährung
  • Landwirtschaft und Mikrofinanz
  • Menschen- und Kinderrechte
  • Not- und Katastrophenhilfe
  • Patenschaftsprogramm: Kinder aus den ärmsten Familien werden von einheimischen World Vision-Mitarbeitern regelmässig besucht und unterstützt

Länder im Vergleich

*UN Entwicklungsindikator für Länder    
  Bangladesch Schweiz
Bevölkerung unter 15 Jahren 34.3% 15.2%
Kinder pro Frau 2.6 1.46
Ärzte pro 100‘000 Einwohner 26 360
Lebenserwartung 63.9 Jahre 81 Jahre
Müttersterblichkeit auf 100‘000 Geburten 340 10
Kindersterblichkeit vor 5. Lebensjahr (von 1'000) 52 4
Säuglingssterblichkeit (von 1'000) 41 4
Analphabeten über 15 Jahren 52.1% 1%
Human Development Index* (von 169) Rang 129 Rang 13

Bangladesch in Zahlen

Hauptstadt Dhaka
Fläche 147‘570 km2 (CH 41‘285 km2)
Einwohner 158 Mio. (CH 7.87 Mio.)
Sprachen Bangla (Bengali), Sprachen von Minderheiten und Englisch
Religionen 89.5% Muslime, 9.6% Hindus, 0.9% andere
Exportgüter Kleider und Stoffe (75%), Leder, Fisch und Meeresfrüchte
World Vision in Bangladesch seit 1972
Grösste Herausforderungen Mangelernährung, Krankheiten, mangelnde Bildung, Überschwemmungen
Projekte Patenschaftsprojekte Jalchatra, Muktagacha, Narayanganj, Schwerpunktprojekt HIV- und Aids-Prävention


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